Wie Rom uns die Augen öffnete...

Aktualisiert: 14. Feb 2019

Dezember 2017 kurz vor der Jahreswende

Wenn Gott ruft, kann man reagieren – muss man aber nicht!

Wenn „fixe“ Ideen letztendlich umgesetzt werden und sich Monate später herausstellt, dass diese Ideen wie eine Kernzelle die DNA eines Projektes bestimmt, dann wird der bloße Gedanke daran: „Was wäre WENN wir dieser „fixen Idee“ NICHT gefolgt wären?“ zu einem sehr ehrfürchtigem Gedanken. So ähnlich geht es mir gerade, während ich diesen Bericht über Rom verfasse, wo wir vor fast genau einem Jahr waren, um einen Grundstein des Menora Projektes zu empfangen. Lasst euch mitnehmen auf die Reise zum Ausgangspunkt: ROM. Ende Dezember gingen wir diesem Impuls nach: Wenn dieses Projekt in Existenz kommen soll und in Rom den Beginn darstellt, dann sollten wir diese Stadt auch definitiv vorher besucht und erlebt haben. Das herausfordernde daran war allerdings, dass unser aller Terminkalender nur EINE Lücke vorzuweisen hatte, nämlich den 29.12 - 2.1.2018. Zu diesem Zeitpunkt war es der! Also 4 Tage, um zu entscheiden, was zu tun wäre. Wie gesagt, wenn Gott ruft muss man nicht gehen. Er zwingt uns nicht, unsere Komfortzonen zu verlassen und unsere „Opfer“ zu bringen. Wir haben immer eine Wahl, bei all unseren Entscheidungen. Glücklicher Weise ließ uns diese gefällte Entscheidung nach 4 Tagen im ausgeliehenem 5er BMW von meinem Vater sitzen. Non-Stop von Köln über Stuttgart nach Rom, mit 4x Fahrerwechseln und über Nacht begann unsere Pionier- und Kundschafter Reise. Auf unserer Agenda stand das Wort aus 4. Mose 13. Das Land und die Kundschafter. Es galt Rom zu erkunden und wahrzunehmen, was wir dort erkennen sollten und was der Herr uns dort zeigen möchte! Niemand von uns hatte zuvor diese Stadt schon einmal richtig besucht und wusste, was uns erwarten würde. Eines aber war uns schon nach wenigen Kilometern Autobahn klar, nämlich, dass die nächsten Tage höchstpersönlich von Gott bis in das kleinste Detail vorbereitet sind. Unsere Herausforderung bestand nun darin, in diesen Vorbereitungen zu gehen. Das besondere war diese lebendige Dynamik zwischen freundschaftlicher Leichtigkeit und klarer, ernsthafter Professionalität, welche unsere Gemeinschaft bezeichnete und bis heute im gesamten Projekt Leben zu spüren ist. Nach mehr als 15 Stunden Autofahrt, die wir unter anderem mit spontaner Zimmersuche und Hotelbuchung verbrachten, was dank 3G heutzutage kein Problem mehr darstellt, kamen wir in unserer Unterkunft in Rom an. Ab jetzt galt das Motto: „Unter dem Radar bleiben und Augen wie Ohren auf!“



Der schweigende Papst

Das Datum zum 15. Oktober 1943 stellt für die jüdische Gemeinde in Rom einen besonderen Gedenktag heute und ein erschreckendes Ereignis von damals dar. In dieser Nacht wurde vor mehr als 70 Jahren das jüdische Viertel von SS- Einsatztruppen umstellt und die jüdischen Einwohner deportiert, um sie in Auschwitz zu ermorden. Der damalige, regierende Papst Pius XII wurde um Hilfe angerufen und griff, zum erschrecken vieler Bürger, nicht in diese „Judenrazzia“ ein. Das Schweigen des Papstes, um die Deportation der jüdischen Bürger durch die Deutschen zu stoppen, wiegt schwer als Last über dieser bis in die heutige Zeit der Christen in Rom. „Der schweigende Papst“ so sein Titel in Bezug auf dieses Ereignis, berührte uns sehr. Gerade auch deswegen, da wir die Bewegung ReformaZION erst kürzlich ins Leben riefen, die Jesaja 62: „Um Zions Willen will ich nicht schweigen“ als Grundlage hat, was unsere Haltung, für das Volk Israel Stellung zu beziehen, seitdem zutiefst prägt. Nun saßen wir zu Tisch mit einem deutschen, in Rom lebenden Ehepaar, die haupt verantwortlich jährlich eine Gedenkveranstaltung bezüglich diesem Geschehen organisieren und erzählten ihnen bei Tee und Kuchen unsere Vision. Völlig erstaunt von solch einem Vorhaben ließen sie uns wissen, dass sie als Familie sehr gute Freunde des ehemaligen Papstes Benedikt seinen und boten uns an, ihm einen Brief mit unserem Anliegen zu schreiben, dem sie ihm persönlich Überbringen würden. Dies erschien zuerst als eine großartige Möglichkeit unsere Vision laut werden zu lassen. Allerdings gab es einen Haken mit einer Bedingung. Wir hätten den Brief mit „unser heiliger Vater“ zitieren müssen, was wir nicht mit gutem Gewissen tun konnten. Dennoch ermutigt und inspiriert visierten wir unser nächstes Ziel an. Den Petersplatz.

Für mehr Informationen:

(http://www.spiegel.de/einestages/judenrazzia-1943-in-rom-retten-sie-uns-eureheiligkeit-a-951284.html)



In der Blase Gottes

Wenn ich als Schreiber den Petersplatz beschreiben müsste, würde ich ihn als „Zentrum Roms“ definieren. Und um jetzt in Worten fassen zu können, was wir als Team an diesem Platz erlebten, muss ich an des Lesers lebendige Vorstellungs- wie auch geistliche Unterscheidungsgabe plus einem Hauch von Abenteuer-Bereitschaft appellieren. Ich kann es nicht anders erklären als vielleicht so, dass wir geleitet, wie in einer geschützten Blase Gottes uns fortbewegten. Zu viert wurden wir auf diesem riesen Areal wie Hand in Hand geführt und hatten eine gemeinsame Einsicht mit der Gabe, die relevanten Dinge an diesem Ort zielgenau und präzise zu erkennen, die für das menschliche Auge unsichtbar erschienen uns aber eine klare, geistliche Botschaft lieferte. Geführt zwischen riesigen Marmorsäulen hindurch und einer grotesken, ja hässlichen Darstellung der Weihnachtsgeschichte, welche eher einer Geisterbahn ähnelte als der erlösenden Geschichte Gottes, standen wir, so unserem Empfinden nach, im Zentrum eines Reiches was uns völlig fremd erschien.

Am Mittelpunkt des Petersplatzes, lehrte uns Gott, vor unseren Augen eine Botschaft anhand eines Obelisken aus dem Antiken Ägypten, die ich gerne mit euch teilen würde. Ein etwa 25m hoher Steinobelisk, der aus Ägypten seinen Weg nach Rom fand, wurde im Jahre 1586 vom Papst selbst angeordnet, an dieser Stelle aufgestellt, um hier seine Wurzeln zu schlagen. Wir wunderten uns was dieses seltsame Objekt bedeutet und hier eigentlich zu suchen hatte.


Dank Wikipedia und 3G erfuhren wir live, dass Obelisken eine Verbindung und Tore zwischen der geistlichen Götterwelt und der physischen Welt darstellen. Ob man jetzt daran glaubt oder nicht ist bei diesem Bericht für uns weniger ausschlaggebend, aber die Fakten sprechen für sich und werfen dennoch einige Fragen auf. Am auffälligsten wurde für uns dabei das kleine, auf der Spitze dieser Steinsäule gesetzte Kreuz. Wir nahmen es alle vier wie ein Wetterleuchten wahr, als ob Gott zu uns sagen würde: „Dies geschieht, wenn ihr das Schild INRI entfernt!“ Geprägt durch die Botschaft von Jesus als den König der Juden, welche uns seit Jahren begleitete, erkannten wir die Entfremdung des Kreuzes vor unseren Augen. Wir nahmen den Verlust der erlösenden Botschaft und Bedeutung des Kreuzes wahr und erkannten was geschieht, wenn dieses Symbol als Macht Zeichen zweckentfremdet und gleichzeitig dem Erlöser seine Identität geraubt wird. Die Wurzel dieses Kreuzes wurde vor unseren Augen zu einem Ausdruck eines heutigen Ägyptens. Als ob diese Botschaft damit schon ihr Ende gefunden hätte senkte sich unser Blick auf das Fundament und den Asphalt, wo dieser Obelisk seine „Wurzeln“ hatte. Eine etwa im Umkreis von 150m auf dem Boden eingearbeitete Windrose. Wolken die wie mit Kinderkreide auf dem Boden gemalt und dicken Backen in alle Himmelsrichtungen die Botschaft einer „fehlende“ Identität bis an die Enden der Erde pusten. Diese Art von „Kunst“ erstaunte uns und ließ uns gleichzeitig die Frage stellen, ob wir zu viel Phantasie haben oder ob Gott hier Finsternis zum Tag macht.


An diesem Beispiel möchten wir euch aufzuzeigen, welche Bildersprache der Rom Reise und dem Projekt zugrunde liegt. Wir erlebten Rom wie eine sichtbare Entfremdung und verstehen heute, dass diese Stadt, welche von Menschen als Gottes Stadt bezeichnet wurde und bis heute wird, nicht die Stadt des Gottes der Bibel ist und es auch nie war und niemals sein wird. Die Entfremdung des Kreuzes scheint wie ein Beginn zu sein entstellt unseren biblischen Glauben an den Gott Israels und den jüdischen Messias mit all seiner wichtigen Bedeutung. Seit den Tagen Roms erleben wir zunehmend Gottes Führung und klare Botschaft in der Wiederherstellung der biblischen Wahrheiten in Bezug auf sein erwähltes Land Israel, dem jüdischen Volk und Gottes heiligen Stadt. Nämlich Jerusalem.



Der Titus Bogen

Ein Relief, eine Geschichte, eine Aussage von damals: „Sieg“. Zur damaligen Zeit, so empfand ich, war es der Ausdruck des Sieges über Jerusalem, des Königreiches Israels und vielleicht auch ein Machtgefühl GOTT selbst besiegt zu haben. Ob sich Titus darüber bewusst war oder nicht wissen wir nicht aber wenn Gott mit seiner Allmächtigen Gegenwart zu Salomons Zeiten diesen Ort in Judäa aufsuchte, wenn die Herrlichkeit Gottes in Jerusalem, auf dem Tempel Areal, in einem kleinem Raum erschien und ein Feldherr einige Jahrhunderte später die Macht hat es in Schutt und Asche zu legen dann könnte man das annehmen. Wenn dann das Symbol der Gegenwart Gottes dieses Tempels an den steinigen Überresten des Titus Bogens nun zu sehen ist, dann könnte man annehmen, dass dieses kleine, zerfallende Stein Mal eine Botschaft ausruft, die lauter ist als wir sie vielleicht jemals mit unseren Ohren hören können. Was wäre, wenn durch ungünstige Witterungsverhältnisse diese kleine, in Stein gemeißelte Menora über den Köpfen der Soldaten, heute nicht mehr sichtbar wäre? Aber sie ist es noch! Und wir glauben für eine Zeit wie diese! So sahen wir es vor unseren inneren Augen, als wir auf dieses Relief blickten, dass die Zeit jetzt gekommen ist, diese Menora den Soldaten aus den Händen zu reißen, von diesem Bogen herunterzuholen und sie zurück zubringen wohin sie gehört- nach Jerusalem, ihr zu Hause! Auch wenn es Heute niemand vermag die wahre Menora zu finden und sie nach Hause zu bringen, soll dennoch in diesem Projekt ein Zeichen gesetzt werden, dass wir der physischen und geistlichen Raub des jüdischen Volkes über Jahrtausende anerkennen, benennen und unseren Teil tun, dieses wieder sichtbar zurück zu geben.




Abreise

Dieser Blogeintrag fände kein Ende über die erlebten Geschichten in Rom zu berichten aber nach einigen Tagen lag nun eine Heimreise von 1500 km und ein schneebedecktes Tirol vor uns und eine spürbare Aufgabe, von der wir damals noch nicht wussten, wie diese auszusehen hat. Seit gut einem Jahr sind wir nun mit dieser Menora im Herzen unterwegs und diese Reise, so sind wir uns sicher, wird auch dann nicht zu Ende sein, wenn die goldene Menora in Jerusalem ihren Platz finden wird. Denn wie über mehr als 1800 Jahren die Windrose am Petersplatz einen Nebel bis an die Enden der Erde ausgehen ließ, und den König der Juden verhüllte, so glauben wir, wird das Licht dieser Menora von Jerusalem aus diesen Nebel lichten und erleuchten, was so lange Zeit in Finsternis verborgen lag.


„Denn von ZION wird Weisung ausgehen und das Wort des HERRN von Jerusalem.“ Micha 4,2



Alexander

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